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Das Bremer Papyrus Projekt

Die Bremer Papyrussammlung umfasst 87 Papyri, wovon sich 84 in der Staats- und Universitätsbibliothek Bremen und drei Papyri im Übersee-Museum befinden. Sie gehört damit zu den kleineren Papyrussammlungen in Deutschland.

Noch vor der Gründung des deutschen Papyrus-Kartells beauftragte der Bremer Kaufmann Hermann Melchers (1842 – 1918) im Jahr 1902 den Archäologen Ludwig Borchardt (1863 – 1938) mit dem Ankauf von Papyri. Nach dem Ankauf wurden die Papyri aus dem Apollonius-Archiv zwischen verschiedenen Orten in Bremen aufgeteilt.

Beim weltweit ausgewiesenen Konservator der Staatlichen Museen in Berlin, Hugo Ibscher (1874 – 1943), ließ Melchers die Bremer Papyri in Glasrahmen einfassen. Er bot sie im November 1903 dem Direktor der damaligen Stadtbibliothek Bremen, Heinrich Bulthaupt (1849 – 1905), als Schenkung an. Ab 1905 wurden die Bremer Papyri von Ulrich Wilcken beschrieben und als P. Brem. mit neuer Zählung ediert. Sie haben daher zwei Signaturen.

Die Bremer Papyri entstammen überwiegend aus dem Umfeld des Beamten Apollonios, der unter den Kaisern Trajan (98-117) und Hadrian (117-138 n. Chr.) als Gaustratege von etwa 113-120 n. Chr. mit der Verwaltung des Gaus Apollonopolites Heptakomias beauftragt war. Die mit einer Ausnahme (P.Brem.85 [= Nr. 86] = P.65 koptisch) auf Griechisch verfassten Schriftstücke beinhalten Verwaltungsschriftgut ebenso wie private und geschäftliche Briefe. Die Bedeutung dieser Sammlung resultiert primär aus der Entstehung der Schriftstücke überwiegend im Umfeld des Strategen Apollonios.