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Das Kölner Papyrus Projekt

Seit den 50er Jahren besteht am Institut für Altertumskunde der Universität zu Köln die Papyrussammlung. Gründer waren der damalige Direktor des Instituts, Joseph Kroll, und Reinhold Merkelbach. Die Kölner Sammlung umfaßt wichtige literarische Texte und Urkunden und gehört mit ihren mehr als 10.000 Papyri und anderen antiken Schriftträgern neben den großen Sammlungen in Berlin, Heidelberg und Leipzig zu den bedeutendsten Einrichtungen dieser Art in Deutschland und der Welt.

Die mit der Sammlung eng verbundene Arbeitsstelle für Papyrologie, Epigraphik und Numismatik wurde 1972 von der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Universität zu Köln gemeinsam errichtet. Hier restaurieren, entziffern, übersetzen und kommentieren Wissenschaftler die Papyri der Sammlung und arbeiten an der Erschließung von verstreut publizierten Texten. Ein Schwerpunkt der innerhalb des Akademienprogramms finanzierten Arbeitsstelle liegt auf Griechischer Papyrologie.

Die Ergebnisse werden in der von der Akademie herausgegebenen Schriftenreihe Papyrologica Coloniensia veröffentlicht. Sie widmet sich der Veröffentlichung der Kölner Papyri sowie der Publikation von thematisch zusammengehörigen Papyri und wissenschaftlichen Einzeldarstellungen zu papyrologischen Themen.

Gegenwärtiger Leiter dieser Arbeitsstelle und Nachfolger von Prof. Dr. Wolfgang Dieter Lebek ist Prof. Dr. Jürgen Hammerstaedt.

Die Kölner Papyrus-Sammlung ist seit November 1997 auch im Internet präsent. Sie schließt sich damit den neuen Möglichkeiten, die der internationale Daten- und Informationsaustausch bietet, an. Seit März 1998 werden digitalisierte Abbildungen der veröffentlichten Papyri im Netz bereitgestellt.

Dank eines 1999 von der damaligen Kustodin, Frau Prof. Dr. Cornelia Römer, beantragten dreijährigen Projektes konnte durch Mittel der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) im Rahmen des Förderschwerpunktes “Retrospektive Digitalisierung von Bibliotheksbeständen” die Digitalisierung der Bestände der Kölner Papyrussammlung intensiv vorangetrieben werden. Vom 1. Juli 2000 bis zum 30. September 2002 war Frau Dr. Giuseppina Azzarello unter der Leitung von Frau Prof. Dr. Römer die verantwortliche wissenschaftliche Mitarbeiterin. Vom 1. September 2003 bis zum 31. Mai 2004 übernahmen Dr. Robert Daniel (als Leiter) und Dr. John Lundon (als wissenschaftlicher Mitarbeiter) das Projekt und führten es zu Ende. Technischer Assistent über die drei Jahre war Herr Jens Jüttner.

Die Ergebnisse des gesamten Projektes sind auf folgender Homepage zugänglich: http://www.uni-koeln.de/phil-fak/ifa/NRWakademie/papyrologie/index.html. Kurzbe­schreibungen und Abbildungen aller bereits veröffentlichten Texte der Kölner Papyrussammlungen (im Institut für Altertumskunde wie auch im Seminar für Ägyptologie) stehen im Internet zur Verfügung, darunter die in früheren Jahren in Zeitschriften verstreut publizierten Kölner Papyri. Außer den veröffentlichten Papyri sind noch 2700 unveröffentlichte Papyri (Inedita) ins Netz gebracht worden, die sowohl griechische als auch koptische und demotische Texte umfassen.

Die Papyri wurden im verglasten Zustand mit einer Auflösung von 600 dpi eingescannt. Diese Version, die auf Festplatten und CDs gespeichert wird, dient für Archivzwecke. Im Netz wird das Bildmaterial im JPEG-Dateiformat in der Regel mit einer Auflösung von 150 dpi oder bei einigen schwer lesbaren Papyri mit einer Auflösung von 300 dpi zur Verfügung gestellt. Für jeden Band bzw. jede Kategorie von Texten, wie z.B. die verstreut veröffentlichten Texte, sind Inhaltsseiten vorhanden, wobei für die veröffentlichten Papyri die Möglichkeit besteht, die Texte zu ordnen nach Publikationsnummer, Inventarnummer, Inhalt und Herkunft.

Die Digitalisierung der künftigen Veröffentlichungen der Kölner Papyri soll nun durch die technische Unterstützung im Rahmen des Papyrusportals Deutschland, das aus dem Papyrus-Projekt Halle-Jena-Leipzig hervorgeht, fortgesetzt werden. Zu den beträchtlichen Vorteilen dieses Projektes zählen nicht nur die Erstellung eines umfangreicheren und einheitlichen Katalogs, sondern auch die damit verbundenen erweiterten Suchmöglichkeiten.

Dr. John Lundon

Köln Dezember 2007

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